Die Adler in Prag! Eine tolle Stadt und das etwas andere Spiel…

Schon früh klingelten die meisten Wecker, manche sparten sich den Schlaf komplett. Für Prag macht man das gerne mal. Bereits um kurz nach fünf startete die 15 köpfige Gruppe in Wiesbaden, über Frankfurt mit dem ICE nach Nürnberg. Der Kaffee wurde gegen Blechdosen eingetauscht, Wurst und Brötchen gereicht. In Nürnberg stand dann der IC Bus der Deutschen Bahn für uns bereit. Gut gelaunt warteten wir auf den Einlass. Bevor es dazu kam, wurden wir jedoch sehr freundlich darauf hingewiesen, dass Alkohol im Fahrgastraum absolut verboten sei und bei Nicht-Beachtung der sofortige Rausschmiss veranlasst werde. Es waren ja nur vier Stunden in einem recht kompakt und gut temperierten Bus zu überstehen….

Nach insgesamt acht Stunden erreichten wir dann endlich die tschechische Hauptstadt! Mit Dauerregen und kühlen Temperaturen wurden wir empfangen. Zum Glück lag das Hotel nur wenige Meter vom Bahnhof entfernt und die Taschen und Koffer wurden nicht komplett durchtränkt. Ein Zufall, dass unmittelbar vor dem Hotel eine Bar war, in der einige der Adler Loreley ihren körperlichen Bierbedarf nach der trockenen Fahrt wieder decken konnten.

Bevor es Richtung Station ging, wurde schon mal ein teil der Innenstadt erkundet und die leckere böhmisch-mährische Küche getestet. Zu günstigen Preisen gab es herzhafte Speisen und frisch gebrautes Bier. Trotz des Wetters, waren viele Menschen in den engen Gassen unterwegs, ein Großteil war in schwarz-rot-goldenem Outfit unterwegs, so dass die Vorfreude auf das Spiel stieg.

Zur Eden Arena ließen sich die Adler mit dem Taxi fahren, günstig und schneller als mit der Tram. Am Stadion angekommen, wurde eine kleine Fußballkneipe von Slavia Prag angesteuert. Preislich noch besser aufgestellt als in der Altstadt, wurde hier mit vielen anderen Fans auf ein gutes und siegreiches Spiel angestoßen. Dann war es Zeit die Plätze einzunehmen. Aufgrund der wenigen geöffneten Tore an der Arena, dauerte es recht lange, um ins Stadion zu gelangen. Nach einem Zwischenfall am Tor, durch stürmende Fans, wurde dieses komplett von der Polizei geschlossen. Unschöne Szenen am Rande einen Fußballspiels. Doch pünktlich zum Einlaufen der beiden Mannschaften hatte jeder seinen Platz, im nicht ganz ausverkauften Station in Prag. Abgesehen von den unnötigen Zwischenrufen während einer Trauerminute und den Hymnen, begann das Spiel pünktlich um 20:45Uhr. Die Reihen rechts und links des eigentlichen Auswärtsblocks waren zum Großteil durch Fans im Deutschlandtrikot besetzt. Von tschechischer Seite aus, war das Anfeuern der eigenen Mannschaft sehr kläglich, so dass nicht die beste Stimmung aufkam. Unsere Elf hatte auch Probleme sich gegen die gegnerische Mannschaft klar durchzusetzen. Am Ende gewann die deutsche Elf glücklich mit 1:2. Kurz vor Schluss konnte Mats Hummels den Ball ins Tor setzen. Auf die Szenen die sich in Teilen des Deutschlandblocks abspielten, möchte ich auch kurz eingehen. So etwas darf sich nicht wiederholen… die überall gezeigten Bilder, der unschönen Szenen und Rufe schockierten schon, denn im Stadion selbst, wurde das Ganze nur halbwegs wahrgenommen. Jedoch verhielt sich der Großteil der Fans anständig, wie es sich auch gehört. Dann aber alle Fans in Prag als Chaoten zu bezeichnen, die Schande von Prag….??!! Wir belassen es dabei und hoffen, dass solche Titel in Zeitungen nicht mehr auftauchen müssen. Verständlich dass die Mannschaft dieses Mal nicht in die Kurve kam!

Nach der Partie wurde trotz des “besonderen” Spiels, gemütlich in verschiedenen Bars in der Altstadt gefeiert. Alles blieb friedlich, alle hatten Spaß! Vor allem in der Tram…wir wissen jetzt wie sich Sardinen in der Dose fühlen! 🙂

Am Tag nach dem Spiel, teilten sich die Adler in zwei Gruppen auf. Die eine Hälfte ging ballern, die andere Hälfte schießen! In Tschechien ist beides möglich. Die Gruppe “Durst” erkundete weiter die Altstadt, besuchte einige Kneipen , aber auch die weltbekannte Karlsbrücke sowie die hoch über Prag gelegene Burg Pražský hrad mit einmaligem Ausblick über die tschechische Hauptstadt. Die Gruppe “Schwarzpulver” fuhr währenddessen mit einem gemieteten Bus auf ein ca. 40km entferntes ehemaliges sowjetisches Militärgelände. Dort wurde bereits im Voraus ein Schießstand gemietet und die acht Schützen konnten beweisen, wie zielsicher sie sind, oder auch nicht 😀 Neben Scharfschützengewehren, Colt und Pistole, wurde auch mit der AK47, M4, der Schrotflinte und einem Karabiner geschossen. Für alle ein Erlebnis, dass mit Sicherheit lange in Erinnerung bleiben wird. Nachmittags traf die Gruppe “Schwarzpulver” wieder vollzählig in Prag ein, die Gruppe “Durst” meldete schon erste Verluste! Abends wurde dann aber wieder gemeinsam sehr gut gespeist und der letzte Abend in Prag wurde auch für einige wieder spät! 😀

Am Sonntagmorgen wurde fast gemeinsam gefrühstückt. Der ein oder andere hatte Probleme, seinen Körper aus den durchaus gemütlichen Betten zu bekommen. Da der Bus Richtung Leipzig erst nachmittags startete, war noch genug Zeit, um Prag nochmal zu Fuß zu erkunden. Über den Wenzelsplatz ging es runter zur Moldau. Viele Schiffe und Boote säumen das Ufer und den Fluss. Manche sahen die Karlsbrücke nur im Dunkeln und waren froh, das Wahrzeichen auch mal im Licht zu sehen. Nach einem kleinen Abstecher aufs andere Ufer, ging es vorbei am Clementinum, der über 600 Jahre alten astronomischen Rathausuhr auf den Altstädter Ring. Für die geschichtlich Interessierten wurde noch die Krypta und Gedenkstätte des Widerstands in der St.-Cyrill-und-Method-Kirche besucht. Hier werden die tschechischen und slowakischen Nationalhelden geehrt, die sich einst den deutschen Besatzern entgegenstellten. Das zeigte jedem, dass es auch schon andere Zeiten in Prag gab und ermahnt zum friedlichen Miteinander!

Doch wie jeder Ausflug, neigte sich auch dieser dem Ende zu. Mit unserem liebgewonnenen IC Bus der DB ging fuhren wir nach Leipzig. Dort wartete schon der ICE Richtung Frankfurt auf die Reisegruppe vom Mittelrhein. Ohne weitere Vorkommnisse wurde spät abends die Heimat erreicht. Es wurde viel gesehen, erlebt und gelacht. Eine wirklich schöne Tour. Für einige ging es direkt weiter nach Stuttgart…dieser Bericht folgt in Kürze!

 

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